Wirtschaftsverbände fordern klaren Kurswechsel

Die deutsche Wirtschaft schlägt Alarm. Angesichts einer anhaltenden Rezession und wachsender Standortnachteile fordert sie von den Teilnehmern der Koalitionsverhandlungen konkrete und mutige Reformschritte. Ein breites Bündnis aus Verbänden der Industrie, des Handwerks und des Mittelstands hat eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, die die drängendsten Herausforderungen benennt und klare Maßnahmen einfordert.

Der Verband der Kali- und Salzindustrie (VKS) hat sich dieser Erklärung angeschlossen, die von einer Vielzahl führender Wirtschaftsverbände unterzeichnet wurde, darunter der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).

„Deutschland steckt in einer tiefen wirtschaftlichen Krise“, heißt es in der Erklärung. Während andere Volkswirtschaften wachsen, verliert Deutschland zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit. Steigende Inflation, eskalierende Handelskonflikte und hohe Arbeitslosenzahlen belasten das Land schwer. Mit über drei Millionen Arbeitslosen und einer Steuerbelastung von rund 30 Prozent für Unternehmen steht Deutschland im internationalen Vergleich schlecht da.

Deutschland braucht tiefgreifende Reformen

Die Unterzeichner der Erklärung kritisieren, dass die bisherigen Zwischenergebnisse der Koalitionsverhandlungen den Ernst der Lage nicht widerspiegeln. „Schulden allein lösen keine Probleme. Ohne tiefgreifende Reformen wird es keinen nachhaltigen Aufschwung geben“, so die Verbände.

Zu den zentralen Forderungen gehören:

  • Steuersenkungen für Unternehmen: Die Steuerbelastung soll schrittweise auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau von maximal 25 Prozent gesenkt werden.
  • Reform der sozialen Sicherungssysteme: Steigende Beitragssätze belasten Betriebe und Beschäftigte. Die Systeme müssen generationengerecht und finanzierbar gestaltet werden.
  • Abbau von Bürokratie: Aufwendige Planungs- und Genehmigungsverfahren hemmen Investitionen und Innovationen. Hier ist eine deutliche Vereinfachung notwendig.
  • Wettbewerbsfähige Energiekosten: Hohe Energiepreise schwächen den Standort Deutschland. Neben kurzfristiger Entlastung sind strukturelle Reformen erforderlich, um die Kosten dauerhaft zu senken.

Die Verbände betonen, dass wirtschaftliches Wachstum die Grundlage für Arbeitsplätze, sozialen Zusammenhalt und Wohlstand ist. CDU, CSU und SPD müssten daher jetzt die Weichen stellen, um Deutschland wieder attraktiv für Investitionen und Innovationen zu machen.

„Es muss sich lohnen, in Deutschland ein Unternehmen zu führen“, so der Appell. Ohne schnelles und konsequentes Handeln drohe ein weiterer wirtschaftlicher Abschwung, der die Zukunft des Landes gefährden könnte.